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Anpacken. Besser machen.
  • Zeit für den Wechsel in Niedersachsen.
  • Zeit für ein neues Kapitel in unserer Landespolitik.
  • Zeit für eine neue sozialdemokratische Landesregierung.
 
I. Niedersachsen braucht eine neue Politik 10. November 2012
3 Artikel zum Thema
II. Neue Bildungspolitik bürgt für Chancengleichheit 10. November 2012
6 Artikel und 2 Kommentare zum Thema
III. Neue Wirtschaftspolitik beginnt bei Bildung 10. November 2012
10 Artikel zum Thema
IV. Neue Gesellschaftspolitik braucht Aufbruch 10. November 2012
6 Artikel zum Thema
V. Neue Sozialpolitik macht Ernst mit Solidarität 10. November 2012
9 Artikel zum Thema
VII. Neue Energiepolitik setzt auf die Erneuerbaren 10. November 2012
7 Artikel und 2 Kommentare zum Thema
VIII. Neue Umweltpolitik sichert Lebensgrundlagen 10. November 2012
7 Artikel und 1 Kommentar zum Thema

Dialogpapiere  

Inklusives Niedersachsen 

Inklusion (Foto: zettberlin / photocase.com)

Seit dem 26. März 2009 gibt es in der Politik mit und für Menschen mit Behinderung eine neue Zeitrechnung. An dem Tag trat die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) völkerrechtlich in Kraft. Auch Niedersachsen stimmte ihr im Bundesrat zu. Die UN-BRK verleiht Menschen mit Behinderungen neue, einklagbare Rechte, u.a das wichtige Recht auf Inklusion, d.h. das Recht auf umfassende gesellschaftliche Teilhabe.

Behindertenpolitik ist spätestens jetzt zu einem zentralen Thema einer modernen Gesellschafts- und Sozialpolitik geworden. Im Recht auf Inklusion drückt sich das sozialdemokratische Ideal eines selbstbestimmten Lebens und der Verwirklichung eines individuellen Lebensentwurfes aus. Inklusion ist deshalb viel mehr als bspw. die Herstellung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder zu Hause. Auch die wachsende Zahl behinderter Menschen im hohen Alter stellt eine Herausforderung dar. Das niedersächsische Behindertengleichstellungsgesetz ist veraltet. Es bedarf der gründlichen Modernisierung. Die schwarz-gelbe Landesregierung reagiert auf die neuen Aufgaben mit finanziellen Nullrunden. Sie hat keine Antwort auf die durch die UN-BRK dokumentierte Neuausrichtung der Behindertenpolitik.

(Foto: zettberlin / photocase.com)

Dialogpapier "Inklusives Niedersachsen"
11. Mai 2012  •  Inklusives Niedersachsen - Gemeinsam leben und arbeiten

Inklusive Bildung wird Rechtsanspruch

Eine inklusive Bildungspolitik in Niedersachsen steht noch mehr am Anfang als in vielen anderen Bundesländern. Nur knapp fünf Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden an allgemein bildenden Schulen unterrichtet. Die SPD hat bereits 2010 einen Gesetzentwurf für ein Recht auf inklusive Bildung sowie ein Aktionsprogramm gefordert. In der Regierung werden wir zügig die Voraussetzungen für eine inklusive Bildung für alle schaffen - von der frühen Förderung in der Kinderkrippe bis zum Hochschulstudium – barrierefrei und Teilhabe unterstützend in allen Phasen.

Maßnahmen sind

  • Inklusive Bildung wird als Rechtsanspruch verankert. Dies umfasst auch die frühkindliche Bildung. Im Niedersächsischen Schulgesetz (NSchG) wird der Ressourcenvorbehalt aufgehoben.
  • Im Rahmen des Aktionsprogrammes werden Schritte konkretisiert, die allen Schülerinnen und Schülern den Besuch allgemeiner Schulen zur Umsetzung ihres Rechtsanspruchs ermöglichen. Dazu ist ein mit Zeitangaben versehenes Verfahren vorzusehen, nach dem die bestehenden Förderschulen und Bildungszentren in Absprache mit den Schulträgern schrittweise in Kompetenzzentren überführt werden.
  • Ein individueller Förderplan ist für alle Kinder auf der Basis von Förderdiagnostik und einem daraus abzuleitenden Förderprofil einzuführen.
  • Die didaktisch-methodischen Konzepte von Unterricht und Lernen sind danach von exklusiv zu inklusiv zu verändern.
  • Die Personalressourcen (Lehrkräfte, sozialpädagogisches, therapeutisches, pflegerisches und Verwaltungspersonal) sind bedarfsgerecht in allen Kindertagesstätten und Schulen sicher zu stellen; Gruppen- und Klassengrößen sind deutlich zu senken.
  • Die Förderschullehrkräfte stellen ihre Kompetenz allen Schulen zur Verfügung.
  • In der Lehrerausbildung aller Schulformen werden Bausteine sonderpädagogischer Förderung verankert und Konzepte und Maßnahmen für die Entwicklung der Lehrerfort- und -weiterbildung erarbeitet, die einen Schwerpunkt auf Themen wie Heterogenität, Diagnostik, offene Unterrichtsmethoden, Binnendifferenzierung und individuelle Förderung legen. Dementsprechend muss auch die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung verändert werden.
  • Die behindertengerechte Ausgestaltung der Räume in den Bildungseinrichtungen sowie die Barrierefreiheit und Bereitstellung der notwendigen technischen und medialen Hilfsmittel sind zu gewährleisten.
  • Die Öffentlichkeit ist stärker für die „Machbarkeit“ und die Vorteile inklusiver Bildung und Erziehung zu sensibilisieren.
 
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Dein Buch macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, aber ich bezweifle, dass die Zerfaserung der Lernstände in einer Klasse zu einer Steigerung des Bildungsniveaus für alle führen wird. Es bleibt vielmehr zu befürchten, dass die nichtbehinderten Schüler/innen weniger lernen werden als für ihre spätere berufliche Laufbahn sinnvoll und notwendig sein wird - insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der Globalisierung/europäischen Freizügigkeit. Zu meiner zweiten Position, nämlich dem Umgang der Schüler/innen untereinander vor dem Hintergrund der Probleme gerade in den Hauptschulen geht Dein Buch nach meinem ersten Eindruck nicht ein. Fazit: Davon abgesehen, dass man eine solch komplexe Materie kaum auf 120 Seiten abhandeln kann, ist das Buch nach meinem Dafürhalten zur Beantwortung der von mir aufgeworfenen Punkte nicht geeignet. Vielmehr drängt sich mir nun zudem noch der Eindruck auf, dass die Schüler/innen und hier insbesondere die behinderten Kinder als Objekte für pädagogische Konzeptexperimente herhalten müssen. Das kann aber nicht ernstgemeinte sozialdemokratische Politik sein.
Gerhard A. Spiller • 22. Juni 2012 • 15:15 Uhr
So schwierig ist die praktische Inklusion gar nicht.
Wie sie funktioniert steht in meinem Buch "Wir fördern sie alle" (Kohl - Verlag).
Wolfgang Wertenbroch, 18. Juni 2012
Wolfgang Wertenbroch • 18. Juni 2012 • 17:46 Uhr
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Wolfgang Wertenbroch • 18. Juni 2012 • 17:35 Uhr
Im Bereich Bildungspolitik habe ich das Thema Inklusion bereits kommentiert. Damit niemand an dieser Stelle hin- und herspringen muss, wiederhole ich die m.E. auch hierher gehörenden Passagen:

Eine Inklusion klingt einerseits gut, andererseits beinhaltet sie auch Risiken, die in den Programmen und Reden nicht erwähnt werden:

1. Wie soll das derzeitige Unterrichtspensum und -niveau beibehalten werden, wenn geistig und seelisch behinderte Kinder in eine Klasse bisherigen Zuschnitts integriert sind? Es scheint mir klar zu sein, dass die Stoffvermittlung dann langsamer voranschreiten muss, damit diese Kinder dem Unterricht folgen können. Wie soll dann aber die konkrete Umsetzung aussehen? Eine Reduzierung des Lehrstoffes dürfte angesichts des ohnehin schon bestehenden Problems des Fachkräftemangels durch unzureichendes Schulwissen bei Bewerbern/-innen um Ausbildungsplätze ausscheiden. Der Einsatz von Sonderpädagogen/-innen im Unterricht dürfte angesichts der dadurch entstehenden Unruhe ebenfalls seine Grenzen haben. Wie also soll das Bildungsniveau zumindest gehalten werden (auf Grund der PISA- und der vorhergehenden TIMS-Studien wäre sogar eine Steigerung des Niveaus erforderlich)? Durch kleinere Klassen? Die sind wohl auch keine Lösung, wie das Abschneiden von Berlin im Vergleich zu Bayern bei PISA gezeigt hat (sie sind aber auf jeden Fall teurer, was in Zeiten leerer Kassen und der zukünftigen Schuldenbremse problematisch werden dürfte). Deshalb sehe ich an dieser Stelle noch erheblichen Klärungsbedarf.

2. Eine weitere Problematik bezüglich der Inklusion sehe ich bei der Wahl der Schulart: Die Probleme an den Hauptschulen dürften bekannt sein, aber wäre das nicht die Schulform, die geistig und seelisch behinderte Kinder auf Grund ihres Lernvermögens wählen würden? Damit würden sie aber genau in einen sozialen Brennpunkt geschickt werden. Ist das politisch zu verantworten? Auch die Zusammenlegung von Haupt-und Realschulen zu Oberschulen wird an der von den Hauptschulen bekannten Problematik nicht viel ändern, denn der Wunsch, dass die starken Schüler/innen die Schwächeren mitziehen werden, hat sich schon bei der IGS nicht bewahrheitet (siehe die Untersuchungen des Max-Planck-Instituts und die Ergebnisse der PISA-Studie - weshalb man in Skandinavien bereits wieder Abstand von den IG-Schulen nimmt). Damit würden behinderte Kinder auch hier in eine bedenkliche Lage gebracht werden. Leider habe ich zu dieser Problematik bislang noch keine Aussagen von Befürwortern/-innen der Inklusion gehört, und entsprechende Gesprächsversuche wurden abgeblockt.
Gerhard A. Spiller • 10. Juni 2012 • 12:20 Uhr
Dein Buch macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, aber ich bezweifle, dass die Zerfaserung der Lernstände in einer Klasse zu einer Steigerung des Bildungsniveaus für alle führen wird. Es bleibt vielmehr zu befürchten, dass die nichtbehinderten Schüler/innen weniger lernen werden als für ihre spätere berufliche Laufbahn sinnvoll und notwendig sein wird - insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der Globalisierung/europäischen Freizügigkeit. Zu meiner zweiten Position, nämlich dem Umgang der Schüler/innen untereinander vor dem Hintergrund der Probleme gerade in den Hauptschulen geht Dein Buch nach meinem ersten Eindruck nicht ein. Fazit: Davon abgesehen, dass man eine solch komplexe Materie kaum auf 120 Seiten abhandeln kann, ist das Buch nach meinem Dafürhalten zur Beantwortung der von mir aufgeworfenen Punkte nicht geeignet. Vielmehr drängt sich mir nun zudem noch der Eindruck auf, dass die Schüler/innen und hier insbesondere die behinderten Kinder als Objekte für pädagogische Konzeptexperimente herhalten müssen. Das kann aber nicht ernstgemeinte sozialdemokratische Politik sein.
Gerhard A. Spiller • 22. Juni 2012 • 15:15 Uhr
So schwierig ist die praktische Inklusion gar nicht.
Wie sie funktioniert steht in meinem Buch "Wir fördern sie alle" (Kohl - Verlag).
Wolfgang Wertenbroch, 18. Juni 2012
Wolfgang Wertenbroch • 18. Juni 2012 • 17:46 Uhr

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