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II. Die strukturellen Herausforderungen 14. Januar 2015
4 Artikel und 9 Kommentare zum Thema
I. Politik für Niedersachsen: Innovation und soziale Gerechtigkeit 14. Januar 2015
1 Artikel und 3 Kommentare zum Thema
III. B Leitfragen Wirtschaftspolitik 14. Januar 2015
7 Artikel und 12 Kommentare zum Thema
III. A Leitfragen Bildungspolitik 14. Januar 2015
6 Artikel zum Thema

II. Die strukturellen Herausforderungen 

Niedersachsen hat sich seit der Wiedervereinigung insgesamt sehr gut entwickelt. Das gilt insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Kernbereiche unserer Wirtschaft, wie der Automobilbau und die Agrarwirtschaft, sind international erfolgreich. Die Energiewirtschaft und die Maritime Wirtschaft haben große Wachstumspotentiale. Die Gesundheitswirtschaft hat sich zu einer wachstumssicheren Branche entwickelt.

Gleichwohl stellen sich für die Zukunft unübersehbar anspruchsvolle Aufgaben. Die großen  Herausforderungen für Niedersachsen resultieren unmittelbar aus dem demografischen Wandel: Der Fachkräftemangel und die regionalen Disparitäten. Auch die Innovationsfähigkeit wird indirekt davon beeinträchtigt.

14. Januar 2015  •  II. Die strukturellen Herausforderungen

1. Fachkräftebedarf decken

Nach den Prognosen des Landesamtes für Statistik sinkt in Niedersachsen die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen im Alter von 20 bis 64 Jahren bis 2031 landesweit um 14 Prozent. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind heute schon spürbar. Die Bundesagentur für Arbeit registrierte für den Ausbildungsbereich 2013 einen Rückgang von 4,8 Prozent. Nach einer Umfrage der NIHK hatten im Jahr 2013 schon 20 Prozent der Betriebe Schwierigkeiten ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. 2010 waren es noch zehn Prozent. Für das Jahr 2014 stellt das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young fest, dass drei von vier mittelständischen Unternehmen Probleme haben geeignete Mitarbeiter_innen zu finden.

Die Versorgung der niedersächsischen Unternehmen mit gut qualifizierten Fachkräften ist in einer immer mehr auf Wissen und seiner Anwendung basierenden Ökonomie und angesichts des demografischen Wandels eine der zentralen landespolitischen Herausforderungen. Betroffen sind vor allem die mittelständische Wirtschaft und das Handwerk – große Betriebe können auf dem Arbeitsmarkt immer noch erfolgreicher werben.

Diese Problematik tritt regional differenziert auf. Sie betrifft den Süden, den Nordosten und Nordwesten des Landes stärker als andere Regionen. Zugleich muss auch nach Branchen unterschieden werden. Betroffen sind neben den so genannte MINT-Bereichen vor allem die SAGE-Berufe (Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung). Während einerseits die gewerblich-technischen Berufe, wie Mechatronik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Sanitär, Klempnerei sowie Heizungs- und Klimatechnik fehlen, bereitet der Fachkräftemangel in den SAGE-Berufen zusätzliche Sorgen. Im Sektor der akademisch ausgebildeten Beschäftigten fehlen vor allem IT-Experten sowie Technikerinnen und Techniker in den Sparten Fahrzeugtechnik, Automatisierung und Elektrotechnik. Generell besteht ein größerer Mangel bei Arbeitskräften mit höheren Qualifikationen und zunehmend weniger bei An- und Ungelernten.

Eine erfolgreiche – auf die Hebung aller Bildungspotentiale abgestellte – Bildungspolitik, die  gesundheitserhaltende Gestaltung von Arbeitsplätzen, die Gewinnung und Integration von Migrant_innen für den deutschen Arbeitsmarkt und wirksame Programme zur Verbesserung der Bedingungen für die Frauenerwerbsarbeit sind gezielte Maßnahmen, die dem Mangel an Fachkräften entgegenwirken können.

 
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Alle 4 Kommentare anzeigen 
Zur Frage des Fachkräftebedarfes in den SAGE Berufen können wir berichten, dass der Fachkräftebedarf aktuell bereits groß ist und in Zukunft weiter immens steigen wird, wenn die politischen Ebenen eine würdige Versorgung der Menschen in Niedersachsen mit sozialen Dienstleistungen anstreben. Dies gilt insbesondere für die Pflegeberufe, jedoch aktuell ebenso für gut ausgebildete Kräfte im Erziehungsbereich. Eine Möglichkeit zur Steigerung der Attraktivität dieser Berufe sehen wir vor allem in einer Refinanzierung allgemeinverbindlicher Tariflöhne, die den Beschäftigten Sicherheit vermitteln und ein angemessenes Einkommen gewährleisten. Die aktuelle Situation in diesen psychisch wie körperlich sehr anspruchsvollen Berufen, in der Lohndumping an der Tagesordnung ist, wirkt sich verschärfend auf den jetzt schon eingetretenen Fachkräftemangel aus. Die momentan angespannte finanzielle Situation führt zu Insolvenzen, Notverkäufen und der Abwanderung potentieller Fachkräfte in die benachbarten Bundesländer. Insgesamt schwächt dies, für alle spürbar, die soziale Infrastruktur Niedersachsens. Neben dem Aufbau einer Tarifstruktur sehen wir in diesem Bereich im Setzen von positiven Anreizsystemen zur Ausbildung von Fachkräften geeignete Schritte, um den gesamten Bereich zukunftsfest zu machen.
AWO Weser-Ems • 10. April 2015 • 14:44 Uhr
E&Y hat bei seinen Studien sicher auch Marketinginteressen und widerspricht selten dem Mainstream der antizipierten Kundeninteressen nur selten. NIHT versteht sich auch als Lobbyorganisation.Gibt es keine seriöseren wissenschaftlichen Quellen? Viele Unternehmen -sog. Mittelständler vor allem- haben sich jahrelang dank geburtenstarker Jahrgänge mit Niedriglöhnen, wenig Perspektiven und gutsherrlichen Vorstellungen über Arbeitszeitmodelle bei Azubis pudelwohl gefühlt. Jetzt schaffen sich den Paradigmenwechsel nicht . Da muss nicht Politik handeln, sondern die Unternehmer: Mehr Ausbildungsvergütung, höhere Ausbildungsqualität, bessere Arbeitszeiten: statt Krokodilstränen ist unternehmerische Phantasie gefragt.
Joerg • 05. Februar 2015 • 20:18 Uhr
Es gibt DEN ARBEITSMARKT nicht. Der Arbeitsmarkt muss differenziert betrachtet werden.
Dennoch gibt es Möglichkeiten, soliden Firmen zu Arbeitskräften zu verhelfen.
Es gibt, auch bei uns in Niedersachsen, eine Unzahl Arbeitnehmer mit befristeten Arbeitsverträgen. Etliche Arbeitnehmer die in einem Leiharbeitsverhältnis sind.
Schwerbehinderte, die gerne einen Arbeitsplatz annehmen würden, wobei viele Unternehmen
lieber eine entsprechende Abgabe Zahlen als diese Arbeitnehmer einzustellen. Auch das Land Niedersachsen tut sich da schwer.
Wenn nunmehr die soliden Unternehmen diese Arbeitnehmer einstellen würden, hätten die Unternehmen das Nachsehen, die sich nicht sozial verhalten. Ansonsten gelten immer die Gesetze der Marktwirtschaft. Warum nicht auch hier? Sollen doch die unsozialen Unternehmen das Nachsehen haben, was spricht dagegen?
Dieter Gehrken • 29. Januar 2015 • 17:26 Uhr
Es gibt eigentlich keinen guten Grund auf die international erfolgreiche Agrarindustrie stolz zu sein. Das Erfolgsmodell liegt hierbei vor allem in der Tatsache, dass wir in Niedersachsen Europas Billiglohnland sind, was die Fleischverarbeitung angeht. Soll etwa die Überausbeutung von Arbeitsmigranten_innen kennzeichnend für gute Arbeit sein? Aber selbst wenn die Arbeitsbedingungen gut wären, gäbe es noch keinen Grund darauf stolz zu sein. Mit der Exportorientierung im Bereich von Geflügel und Schwein, werden billige Lebensmittel auf den Weltmarkt gebracht. Dadurch werden nicht nur lokale Märkte auf der ganzen Welt zerstört, sondern auch Produkte deren Verknappung sinnvoll wäre massenhaft angeboten. Aus ökologischer Sicht ist die Massentierhaltung und der massenhafte Konsum von tierischen Produkten fatal. Aus ethischer Sicht ist es zudem höchst zweifelhaft, ob dies der richtige Umgang mit Tieren ist. Daher gibt es keinen Grund auf die Agrarindustrie in Niedersachsen stolz zu sein.
Adrian Schiebe • 27. Januar 2015 • 00:04 Uhr
Zur Frage des Fachkräftebedarfes in den SAGE Berufen können wir berichten, dass der Fachkräftebedarf aktuell bereits groß ist und in Zukunft weiter immens steigen wird, wenn die politischen Ebenen eine würdige Versorgung der Menschen in Niedersachsen mit sozialen Dienstleistungen anstreben. Dies gilt insbesondere für die Pflegeberufe, jedoch aktuell ebenso für gut ausgebildete Kräfte im Erziehungsbereich. Eine Möglichkeit zur Steigerung der Attraktivität dieser Berufe sehen wir vor allem in einer Refinanzierung allgemeinverbindlicher Tariflöhne, die den Beschäftigten Sicherheit vermitteln und ein angemessenes Einkommen gewährleisten. Die aktuelle Situation in diesen psychisch wie körperlich sehr anspruchsvollen Berufen, in der Lohndumping an der Tagesordnung ist, wirkt sich verschärfend auf den jetzt schon eingetretenen Fachkräftemangel aus. Die momentan angespannte finanzielle Situation führt zu Insolvenzen, Notverkäufen und der Abwanderung potentieller Fachkräfte in die benachbarten Bundesländer. Insgesamt schwächt dies, für alle spürbar, die soziale Infrastruktur Niedersachsens. Neben dem Aufbau einer Tarifstruktur sehen wir in diesem Bereich im Setzen von positiven Anreizsystemen zur Ausbildung von Fachkräften geeignete Schritte, um den gesamten Bereich zukunftsfest zu machen.
AWO Weser-Ems • 10. April 2015 • 14:44 Uhr
E&Y hat bei seinen Studien sicher auch Marketinginteressen und widerspricht selten dem Mainstream der antizipierten Kundeninteressen nur selten. NIHT versteht sich auch als Lobbyorganisation.Gibt es keine seriöseren wissenschaftlichen Quellen? Viele Unternehmen -sog. Mittelständler vor allem- haben sich jahrelang dank geburtenstarker Jahrgänge mit Niedriglöhnen, wenig Perspektiven und gutsherrlichen Vorstellungen über Arbeitszeitmodelle bei Azubis pudelwohl gefühlt. Jetzt schaffen sich den Paradigmenwechsel nicht . Da muss nicht Politik handeln, sondern die Unternehmer: Mehr Ausbildungsvergütung, höhere Ausbildungsqualität, bessere Arbeitszeiten: statt Krokodilstränen ist unternehmerische Phantasie gefragt.
Joerg • 05. Februar 2015 • 20:18 Uhr