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Programmjahr 2015

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II. Die strukturellen Herausforderungen 14. Januar 2015
4 Artikel und 9 Kommentare zum Thema
I. Politik für Niedersachsen: Innovation und soziale Gerechtigkeit 14. Januar 2015
1 Artikel und 3 Kommentare zum Thema
 
III. B Leitfragen Wirtschaftspolitik 14. Januar 2015
7 Artikel und 12 Kommentare zum Thema
III. A Leitfragen Bildungspolitik 14. Januar 2015
6 Artikel zum Thema

III. B Leitfragen Wirtschaftspolitik 

Für die SPD-Niedersachsen ist Wirtschaftspolitik ein zentrales Politikfeld zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes. Wir wollen bestmögliche Rahmenbedingungen für die niedersächsische Wirtschaft schaffen. Das gilt für die großen Industriebetriebe, es gilt vor allem aber für die  in unserem Land strukturbestimmenden klein- und mittelständischen Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Dazu gehören 99 Prozent der Unternehmen, die 52 Prozent der Umsätze  erbringen. Bei ihnen finden 72 Prozent aller Beschäftigten Arbeit und 77 Prozent aller Jugendlichen eine Lehrstelle. Deshalb gilt unsere Aufmerksamkeit besonders auch diesem Sektor der Wirtschaft Und der Unterstützung von betrieblichen Innovationen, besonders im Zusammenhang mit der Entwicklung zur digitalen Wirtschaft und deren Kernstück, der „Industrie 4.0“.

Untrennbar verbunden mit einer guten Wirtschaftspolitik ist für uns das Eintreten für humane Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und ein gutes Einkommen. Dies ist die Grundlage für die Gestaltung einer sicheren Lebensgrundlage aller Niedersachsen – aber auch für die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Wirtschaft. Gute Arbeitsbedingungen werden  bei einem knapper werdenden Erwerbspersonenpotenzial immer wichtiger für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen. Stabile Arbeitsverhältnisse sind Voraussetzung für die langfristige Bindung von Fachkräften und die Nachwuchsgewinnung. Im Zeichen des demografischen Wandels werden auch alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen immer wichtiger. Aus individueller, aber auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist ein gutes Einkommen die Voraussetzung für eine gute Lebensgestaltung. – Dieses Verständnis von Sozialpartnerschaft ist die Grundlage für die hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Gute Wirtschaftspolitik und das Eintreten für „gute“ Arbeit sind für die SPD-Niedersachsen deshalb nicht zu trennen. Sie sind im Interesse der Beschäftigten und der Wirtschaft.

Die Wirtschaftspolitik der rot-grünen Landesregierung orientiert sich an Herausforderungen, vor denen die niedersächsischen Unternehmen stehen.

  • Die Fachkräftesicherung stellt zunehmend mehr Betriebe vor Probleme. Die „Fachkräfteinitiative Niedersachsen“ des Landes und vieler Partner aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung arbeitet systematisch an entsprechenden Konzepten etwa für mehr Weiterbildung, mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt und mehr Teilhabe für Zuwanderinnen und Zuwanderer. Für die Umsetzung der Maßnahmen sind 200 Mio. Euro reserviert.  
  • Eine gute Infrastruktur ist unverzichtbar für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Niedersachsen hat deswegen wichtige Projekte zum Ausbau der Straßen-, Schienen- und Wasserwege zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet, darunter auch die A 20 und die A 39.
  • Infrastruktur ist mehr als nur Verkehr, vor allem die Datennetze im ländlichen Raum sind unverzichtbar für die Zukunft der Wirtschaft. Wir wollen, dass bis Ende des Jahrzehnts überall in Niedersachsen mindestens 50 mb/s verfügbar sind, nach Möglichkeit aber deutlich mehr. Dafür stehen 60 Mio. Euro für Zuschüsse und 500 Mio. Euro als Darlehn für die Landkreise zur Verfügung. Bei einer Unterstützung durch den Bund und die EU sind auch darüber hinaus gehende Fortschritte möglich.
  • Die niedersächsischen Regionen entwickeln sich sehr unterschiedlich. Deswegen haben wir eine konsequente Regionalisierung eingeleitet und gemeinsam mit den Kommunen, der Wirtschaft und den Gewerkschaften „regionale Handlungsstrategien“ erarbeitet. Diese Konzepte sind Grundlage unserer Programme in der neuen Förderperiode der EU. Wir wollen, dass alle Regionen in Niedersachsen gute Perspektiven haben.
  • Niedersachsen will das Energieland Nr. 1 in Deutschland werden. Mit dem neuen Gesetz über die Erneuerbaren Energien ist es uns auf der Bundesebene gelungen, dafür die Weichen zu stellen. Vor allem die Windenergie von Meer (Offshore) und von Land (Onshore) sollen ausgebaut werden. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt ist es, die Energieeffizianz zu verbessern.
  • Der Einsatz für faire Arbeitsbedingungen ist für uns selbstverständlich. Ein neues Tariftreu- und Vergabegesetz sorgt dafür, dass die öffentliche Hand dabei voran geht. Der Missbrauch von Werkverträgen wurde und wird von uns konsequent bekämpft. Auf der Bundesebene haben wir nachdrücklich die Einführung des Mindestlohns und die Durchsetzung des Equal-Pay-Grundsatzes unterstützt.

Im Bereich der regionalen Landesentwicklung, des Breitausbaus, der Infrastruktur und der Fachkräftesicherung haben wir seit 2013 die Weichen gestellt und auf die strukturellen Herausforderungen adäquate Antworten gegeben. Das wird aber nicht ausreichen, um auch Antworten auf weitere Herausforderungen der Zukunft zu finden.

Dabei stellen sich für uns folgende Leitfragen:

14. Januar 2015  •  III. B Wie gestalten wir die Wirtschaftspolitik der Zukunft?

Digitale Zukunft - Industrie 4.0

Deutschland und auch Niedersachsen haben gute Aussichten, beim Zusammenwachsen von Produktion und Informationstechnologien („Industrie 4.0“) erfolgreich abzuschneiden. Zugleich laufen kleinere und mittlere Unternehmen Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Was muss geschehen, damit auch diese Unternehmen die notwendigen Innovationen vornehmen?

 
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Was ist eigentlich mit Dienstleistung 4.0? zum Beispiel arbeitsteilige DL Netzwerke

Administration 4.0 : Einkauf in der Slowakei, Buchhaltung in der Ukraine, Steuer in Lux und Subvention in Europa?

Engineering 4.0: ?
joerg • 10. Februar 2015 • 19:48 Uhr
Zunächst einmal möchte ich in Frage stellen, dass die KMUs den Anschluß verlieren. Ich betreue in der Steuerberatung viele kleine Firmen, keine davon hat den Anschluß verloren aber jede Firma prüft wesentlich genauer, ob und wand und welche Erneuerung für den Betrieb notwendig ist. Das führt zu wesentlich nachhaltiger Wirtschaft. Das gilt auch für meinen Betrieb, nicht alles was die "digitalen" Wirtschatsunternehmen verkaufen wollen, ist auch notwendig.

Bei den bestmöglichen Rahmenbedingung fehlt mir viel zu sehr die Betonung auf "nachhaltige" Wirtschaft bei denen die Arbeitnehmerinnen gesund bleiben. Für giftige, hochschädliche Wirtschaft wie dem Fracking sollten wir überhaupt keine Rahmenbedingungen schaffen, sondern diese dicht machen.
Dagmar Geffken • 27. Januar 2015 • 12:07 Uhr
Ohne eine stärkere Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Basis hätte ein Hochtechnologieland wie Deutschland künftig erhebliche Wettbewerbsprobleme. In der politischen Debatte fehlt es bisher allerdings an Hintergrundwissen und an der Differenzierung von Konzepten und Strategien. Da der offizielle Arbeitskreis Industrie 4.0 fast ausschließlich von Großunternehmen und Industrieverbänden bestimmt wird, läuft die aktuelle Debatte leider auf ein vor allem technikzentriertes Konzept hinaus.
Der Hintergrund: Die Diskussion um Industrie 4.0 steht für den aktuellen industriellen Umbruch (Stichworte: extreme Absatzschwankungen in immer kürzeren Zyklen, keine verlässlichen Auftragserwartungen, drastisch verkürzte Produktlebenszyklen, steigende Produktkomplexität, steigende Variantenanzahl, starke internationale Vernetzung der Märkte). Der Arbeitskräftebedarf wird künftig von Tag zu Tag und sogar innerhalb eines einzigen Tages stark schwanken. Die Unsicherheit (Volatilität) wird zur Normalität.
Das Ziel: Mit Industrie 4.0 soll die Flexibilität der Produktion diesen veränderten Bedingungen angepasst werden.
Das Problem: Der Ansatz ist sehr technokratisch/technikzentriert. Die Veränderungen in der Produktionsarbeit und die Rolle der Menschen in der smarten Produktion der Zukunft werden nur als nachrangiges Randthema behandelt. Auch die Anforderungen von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) kommen zu kurz.
Das Konzept der Großunternehmen: Die automatisierte Produktion. Der offizielle "Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0" sieht im Verschmelzen der physikalischen Welt mit der virtuellen Welt (der Cyber-Space) zu sogenannten Cyber-Physical Systems (CPS) die Zukunft. In den neu entstehenden Smart Factories herrscht demnach eine völlig neue Produktionslogik. Die intelligenten Produkte steuern sich mit Hilfe des ‚Internet der Dinge und Dienste' selbst. Sie sind eindeutig identifizierbar, jederzeit lokalisierbar und kennen ihre Historie, ihren aktuellen Zustand sowie alternative Wege zum Zielzustand. So soll die Produktion die gewünschte Flexibilität erreichen. Routineaufgaben und auch deren Kontrolle werden an CPS-Systeme übertragen und damit automatisiert. Der Mensch führt die Entscheidungen solcher "intelligenten" Systeme nur noch aus.
Ein mögliches Gegenkonzept: Der Mensch steht stärker im Mittelpunkt. Er wird bei Routinearbeiten von intelligenten Maschinen entlastet. Einfache und weniger qualifizierte Tätigkeiten werden auch hier entfallen. Komplexe und erfahrungsbasierte Entscheidungen werden allerdings nicht automatisiert, sondern verbleiben bei hoch qualifizierten Mitarbeitern. Sie werden durch intelligente Systeme schneller und umfassender informiert (echtzeitfähige CPS-Assistenten) und bei der Entscheidungsfindung unterstützt (vgl. die Studie "Produktionsarbeit der Zukunft - Industrie 4.0" vom Fraunhofer-Institut IAO).
Das Konzept aus Sicht von KMU: Der technikzentrierte Ansatz hat noch ein zweites gravierendes Problem. Wenn die kommenden Smart Factories die erforderliche höhere Produktivität und größere Flexibilität vor allem durch vernetzte intelligente Systeme erreichen, haben vor allem KMUs ein Problem. Ihnen fehlen in der Regel die finanziellen Ressourcen für die notwendigerweise hohen Investitionen und sie haben auch nicht die Größe, damit sich die Investitionen rechnen.
Ein Gegenkonzept basiert darauf, dass KMUs von sich aus bereits flexibler organisiert sind und daher andere Vorgehensweisen bei der Prozesssteuerung als Großunternehmen benötigen. Sie setzen zur operativen Steuerung weniger und weniger intensive Planungssysteme ein. Ihre Flexibilität erreichen sie stattdessen durch das Erfahrungswissen und das Know-how oft längjährig beschäftigter Mitarbeiter. Ein Konzept, dass auf den Einsatz intelligenter Werkzeuge als Assistenzsysteme setzt, kommt daher auch KMUs eher entgegen.
Martin Ortgies • 26. Januar 2015 • 14:57 Uhr
Was ist eigentlich mit Dienstleistung 4.0? zum Beispiel arbeitsteilige DL Netzwerke

Administration 4.0 : Einkauf in der Slowakei, Buchhaltung in der Ukraine, Steuer in Lux und Subvention in Europa?

Engineering 4.0: ?
joerg • 10. Februar 2015 • 19:48 Uhr
Zunächst einmal möchte ich in Frage stellen, dass die KMUs den Anschluß verlieren. Ich betreue in der Steuerberatung viele kleine Firmen, keine davon hat den Anschluß verloren aber jede Firma prüft wesentlich genauer, ob und wand und welche Erneuerung für den Betrieb notwendig ist. Das führt zu wesentlich nachhaltiger Wirtschaft. Das gilt auch für meinen Betrieb, nicht alles was die "digitalen" Wirtschatsunternehmen verkaufen wollen, ist auch notwendig.

Bei den bestmöglichen Rahmenbedingung fehlt mir viel zu sehr die Betonung auf "nachhaltige" Wirtschaft bei denen die Arbeitnehmerinnen gesund bleiben. Für giftige, hochschädliche Wirtschaft wie dem Fracking sollten wir überhaupt keine Rahmenbedingungen schaffen, sondern diese dicht machen.
Dagmar Geffken • 27. Januar 2015 • 12:07 Uhr